09 Oktober 2012 ~ Autor: Tobias Karnetzke

Einfaches WordPress-Caching mit Cachify / Review

Die WordPress Spezialisten
Review of: Cachify
Plugin:
Sergej Müller
Version:
2.0.4

Reviewed by:
Rating:
4
On 9. Oktober 2012
Last modified:9. Oktober 2012

Summary:

Cachify ist ein sehr einfaches Cache-Plugin für WordPress. Es ist sehr leicht zu installieren und zu konfigurieren und benötigt nur wenige Minuten bis es einsatzbereit ist. Es eignet sich ideal für kleinere Blogs mit nicht zu vielen Beiträgen und Seiten und kann auch von Laien ohne Probleme installiert werden. Ich gebe vier Sterne, weil es seinen Zweck für kleinere Seiten sehr gut erfüllt.

Wer einen Blog betreibt und viele Besucher hat, der kann schon mal Performanceprobleme mit der Datenbank bekommen. Besucher mögen langsame Webseiten gar nicht und deshalb sollte man lange Ladezeiten vermeiden. Auch Nutzer von Shared-Hosting-Angeboten sollten nicht zu große Lasten erzeugen, das sehen die Provider nicht gerne. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich mit seinem Blog auf einem langsamen Server mit lauter Lastkunden wiederfindet. Für WordPress gibt es einige Cache-Plugins, die den Blog als statische Dateien zwischenspeichern, Seiten schneller ausliefern und die Last auf den Server minimieren.  Heute möchte ich euch mit Cachify ein solches Plugin vorstellen, das sich einfach und schnell installieren lässt.

Eine Möglichkeit seinen Blog schneller zu machen sind sogenannte Cache-Plugins. Diese Plugins speichern die einzelnen Seiten eines Blogs auf der Festplatte oder in Datenbanken ab und geben diese dann bei Anfragen wieder aus. Anstatt bei jedem Aufruf der gleichen Seite alle Datenbankabfragen erneut durchzuführen, speichern diese Plugins die erzeugte Seite also als „möglichst“ schon fertig erzeugte Seite ab. Ein erneuter Besucher der Seite bekommt dann die bereits erzeugte Datei ausgegeben. Dadurch reduziert man die Datenbankabfragen und die Last auf den Server.

Es gibt eine ganze Menge an unterschiedlichen Cache-Plugins für WordPress: Ich selbst setze je nach Anforderungen drei verschiedene Plugins auf meinen Blogs ein. Einige Plugins sind sehr umfangreich und erfordern eine Menge an Einarbeitungszeit und/oder Hintergrundwissen. Bei fehlerhafter Bedienung kann es sogar dazu kommen, dass eine Seite gar nicht mehr richtig funktioniert. Viele kleinere Blogs benötigen zudem auch nicht immer gleich alle Funktionen, die von vielen großen Cache-Plugins mitgeliefert werden.

Cachify

Das Plugin Cachify kann ich gerade kleineren Blogs und Neulingen im Caching-Bereich empfehlen. Warum? Ganz einfach: Die Bedienung/Installation könnte eigentlich gar nicht einfacher sein und daher eignet sich das Plugin perfekt für Einsteiger und alle, denen Standard-Caching-Funktionen ausreichen. Das Plugin ist in weniger als einer Minute installiert und aktiviert.

Mindestvoraussetzungen für Cachify

  • WordPress ab 3.1 und PHP ab der Version 5.1.2

Nach der Installation findet man die Einstellungen des Plugins auf einer einzigen Seite. Bereits jetzt spielt Cachify seine ganze Stärke aus! Es ist wirklich sehr einfach gehalten. Man muss keine großen Veränderungen an der „.htaccess“-Datei vornehmen, keine „Rewrite Rules“ setzen oder unzählige Einstellungen machen. Bei Cachify sind es genau genommen sogar nur maximal sechs unterschiedliche Optionen:

Bei „Einstellungen“  findet man in der Auswahlbox „Aufbewahrungsort für Cache“ je nach Webspace/Server verschiedene Auswahlmöglichkeiten, wo das Plugin die zwischengespeicherten Seiten/Daten speichern soll. Bei mir gibt es nur „Datenbank“ zur Auswahl, es könnten bei euch aber auch Festplatte oder APC zur Auswahl stehen.  Festplatte kann als Caching-Art nur bei aktivierten WordPress-Permalinks genutzt werden. APC funktioniert hingegen nur, wenn Alternative PHP Cache ab Version 3.0.0 auf dem Server installiert ist.

Als zweiten Wert habt ihr die Einstellmöglichkeit, wie lange zwischengespeicherte Cache-Dateien gültig sind. Achtung, die Angabe ist in Stunden und viele andere Cache-Plugins verwenden eine Angabe in Sekunden.  Also nicht verwechseln! Hier könnt ihr ruhig erst mal den Wert 12 Stunden stehen lassen. Mit dieser Angabe könnt ihr aber auch gerne mal experimentieren. Das richtet sich danach, wie oft Ihr etwas an eurer Seite verändert bzw. wie oft  Seiten besucht werden.

Durch Aktivierung des Häkchens „Minimierung der Ausgabe“ werden überflüssige Zeichen und Kommentare aus dem Quelltext eurer Seite entfernt. Dadurch kann die Seite schneller ausgeliefert werden. Auch das ist ein Faktor für das Google-Ranking. Unter Umständen kann es aber dazu kommen, dass der Quelltext der Webseite vielleicht nicht mehr ganz korrekt ist und Anzeigefehler auftreten. Wenn ihr diese Option aktiviert, dann kontrolliert eure Seite danach auf jeden Fall auf Anzeigefehler mit eurem Browser!

Die Einstellungen im Bereich „Filter“ sind dazu da, bestimmte Inhalte vom Caching auszuschließen. Das können ID´s von Artikeln/Posts oder Seiten sein. Mehrere Werte müsst ihr mit Kommas trennen. Zusätzlich könnt ihr auch verschiedene „User Agents“ (Browser) angeben, die keine zwischengespeicherten Seiten angezeigt und vom Cache ausgeschlossen werden sollen.

Die Funktion „Kein Cache für eingeloggte bzw. kommentierende Nutzer“ ist sehr wichtig. Dadurch bekommt ihr selbst und auch Kommentatoren keine Cache-Seiten angezeigt, sondern immer frisch erzeugte Inhalte. Das verhindert z.B. auch, dass der WordPress Admin-Bar aus dem Frontend unter Umständen mit in den Cache gespeichert wird und alle Besucher diesen angezeigt bekommen. Wenn Ihr diese Option aktiviert und später die Funktion von Cachify testen wollt, dann müsst ihr euch entweder aus dem Adminbereich abmelden und den Bowsercache löschen oder ihr verwendet einen zweiten Browser dazu. Ob Cachify funktioniert, sehr Ihr direkt in eurem Quellcode. Dazu einfach eine Seite im Browser aufrufen, Quelltext anzeigen lassen und nach unten scrollen. Dort sollten dann solche Informationen zu finden sein:

Diesen Informationen könnt ihr schon entnehmen, dass die Erzeugung der Seite durch das Plugin um 0,12 Sekunden schneller ist und insgesamt 37 Datenbankanfragen eingespart wurden. Es ist also schon eine deutliche Verbesserung der Performance erreicht worden und das mit minimalem Aufwand. Die Größe des aktuellen Caches bekommt man übrigens auf dem Admin-Dashboard  angezeigt.

Bereiche, die vom Cache ausgeschlossen sind

  • Passwort-geschützte Seiten
  • Feeds
  • Trackbacks
  • Robots
  • Vorschau
  • Mobile-Themes (WP-Touch & Carrington)
  • Suche
  • Fehlerseiten

Wann der Cache geleert wird

  • Veröffentlichung neuer Beiträge
  • Veröffentlichung neuer Seiten
  • Veröffentlichung neuer Custom Post Types
  • Veröffentlichung geplanter Beiträge (nur Cachify DB)
  • Klick auf den Papierkorb-Button in der Adminleiste
  • Während der Speicherung von Cachify- und wpSEO-Optionen

Der komplette Cache wird also geleert, wenn ein neuer Beitrag im Blog erstellt wird – und genau hier kann ein Nachteil dieses Plugins liegen:

Wenn man einen Blog mit sehr vielen Beiträgen und vielen Besuchern hat, dann eignet sich das Plugin nicht wirklich. Nach dem ein neuer Posts veröffentlich wurde, wird der gesamte Cache geleert und die Last auf den Server/Datenbanken steigt blitzartig an. Wenn ein Server ohne Cache-Plugin bereits an der Leistungsgrenze arbeitet – oder darüber hinaus, dann sollte man auf ein anderes Plugin zurückgreifen, welches nur betroffene Seiten/Posts neu erstellt und nicht den ganzen Cache. Dadurch bleibt die Last auch nach der Veröffentlichung neuer Beiträge geringer.

Man muss aber sagen, dass der größte Vorteil von Cachify die einfache Handhabung ist. Dies kann auch nur so sein, weil eben einige Funktionen von anderen Cache-Plugins fehlen und/oder manche die vorhandenen Funktionen einfach gehalten wurden. Der größte Vorteil von Cachify kann also auch der größte Nachteil des Plugins sein. Deswegen muss man vor der Installation prüfen, ob sich das Plugin für die eigenen Zwecke überhaupt eignet, denn Cachify eignet sich nicht für alle Blogs gleich gut. Wer nach einer einfachen Caching-Möglichkeit ohne viel „Schnick-Schnack“ sucht und einen nicht zu großen Blog (Anzahl Inhalte) hat, für den eignet sich das Plugin wahrscheinlich sehr gut. Wer viele Einstellungsmöglichkeiten und Extras sucht oder viele Besucher und Inhalte hat, der sollte lieber auf ein umfangreicheres Cache-Plugin wie WP-Super-Cache oderW3 Total Cache ausweichen.

Mein Tipp: Lange Ladezeiten sollte man nicht nur zur Zufriedenstellung der Besucher vermeiden, die Geschwindigkeit einer Webseite ist zudem auch ein Faktor für das Ranking bei Google. Mit PageSpeed Insights kannst du ermitteln, welchen „PageSpeed Score“ deine Webseite hat und welche Verbesserungsmaßnahmen du selbst durchführen kannst.

Der Blogmal WordPress-Newsletter

Der Blogmal WordPress Newsletter Interessante Artikel, Tipps und Tricks aus der WordPress-Szene: Abonniere den Newsletter und erhalte zukünftig aktuelle Informationen rund um WordPress und die Bloggerwelt direkt per E-Mail:

2 Kommentare zu “Einfaches WordPress-Caching mit Cachify / Review”

  1. Timo 13 Mai 2013 at 05:53 Permalink

    Schöner Artikel. Ich bin auch bei allen meinen ablogs umgestiegen auf Cachify und hab es nicht bereut…


Trackbacks/Pingbacks

  1. […] mögliche Lösung: Installation eines Caching-Plugins, welches aufgerufene und erzeugte Seiten für einen festgelegten Zeitraum als statische Seiten auf […]

Kommentieren

Der Autor

Erfolgreich BloggenMein Name ist Tobias Karnetzke, ich bin Blogger aus Leidenschaft und seit 2004 selbständiger Programmierer und Webentwickler.

Über Blogmal

Auf Blogmal schreibe ich über meine langjährige Erfahrung als Webentwickler, WordPress Spezialist und Blogger. Diese Erfahrungen möchte ich gerne teilen und mit euch diskutieren, wie man einen Blog verbessern und erfolgreicher machen kann.